Deutschland · EPSG · UTM Zone 32/33 · Gauß-Krüger (GK2–GK5) · DHDN · DB_REF

Koordinatensysteme in Deutschland — die wichtigsten Systeme im Überblick

Wenige europäische Länder haben eine Koordinatengeschichte, die so stark von politischer Teilung geprägt ist wie Deutschland. Von Preußens lokalen Soldner-Netzen in den 1820er-Jahren über vierzig Jahre Teilung in zwei geodätisch unterschiedliche Bezugssysteme — das DHDN in Westdeutschland und das System 42/83 in der DDR — bis zum heutigen gemeinsamen ETRS89/UTM — jede Epoche hat Daten hinterlassen, die noch immer in Katastern, Leitungsplänen und alten DWG-Dateien auftauchen. Diese Seite fasst alles zusammen: was Deutschland heute offiziell nutzt, wie die Zonenwahl funktioniert (und warum sie KEINE reine Längengrad-Logik ist), die Historie mit Jahreszahlen, und die Verwechslungen, die real Meter kosten — bei Ost/West-Datumsverwechslungen fast 600 Meter —, wenn man die falsche Wahl trifft.

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Daten hochladenZiehen Sie Ihre Datei hinein — direkt vom Instrument, CAD oder GIS
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Auf der Karte anzeigenWir analysieren immer die Koordinaten selbst — auch wenn die Datei einen EPSG-Code hat. Stimmen sie nicht überein, sagen wir Bescheid
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Prüfen und exportierenKontrollieren Sie, ob die Daten richtig liegen — Export mit kostenlosem Konto
Kurz gesagt: Deutschland nutzt heute ETRS89/UTM, aber die Zone (32 oder 33) wird pro Bundesland festgelegt — nicht vom nominellen 12°-Meridian. Zwölf Bundesländer führen ihre Geobasisdaten in Zone 32, vier in Zone 33, und Bayern ist der Sonderfall: das einzige Bundesland, das Daten sowohl in Zone 32 als auch in Zone 33 liefert. Vor ETRS89 nutzte Westdeutschland Gauß-Krüger auf DHDN-Datum (Bessel-Ellipsoid), während die DDR ein völlig anderes Datum verwendete — System 42/83 auf dem russischen Krassowski-Ellipsoid, verankert in Pulkowo bei St. Petersburg statt in Rauenberg bei Berlin. Diese Ost/West-Trennung ist die Wurzel der meisten ernsthaften Verwechslungen in deutschen Daten bis heute. Neben den offiziellen Systemen betreibt die Deutsche Bahn weiterhin ihr eigenes Referenzsystem, DB_REF, parallel zu ETRS89.

Koordinatensystem-Zonen · Deutschland

Gauß-Krüger-Zonen (3°-Streifen, DHDN) · EPSG 31466–31469 · historisch/parallel

UTM 32N/33N (ETRS89) · EPSG 25832/25833 · Zonenwahl pro Bundesland

Soldner Berlin · EPSG:3068 · historisches Lokalsystem

Aktuell
Historisch
GK2 (DHDN) (EPSG:31466) 6° O GK2 EPSG:31466 GK3 (DHDN) (EPSG:31467) 9° O GK3 EPSG:31467 GK4 (DHDN) (EPSG:31468) 12° O GK4 EPSG:31468 GK5 (DHDN) (EPSG:31469) 15° O GK5 EPSG:31469 UTM 32N | 33N (vereinfacht 12° O) Soldner Berlin · EPSG:3068 (ungefähre Lage — keine Geometrie in der Datenbank)

GK2 EPSG:31466 · Zentralmeridian 6° O

GK3 EPSG:31467 · Zentralmeridian 9° O

GK4 EPSG:31468 · Zentralmeridian 12° O

GK5 EPSG:31469 · Zentralmeridian 15° O

Deutschlands Landesvermessung vor UTM/ETRS89 — noch immer in älteren Kataster- und Leitungsdaten

Die Zonen unterscheiden sich in der Praxis am False Easting (2/3/4/5 Mio. m)

UTM 32N | 33N EPSG 25832/25833 · aktuelles Referenzsystem

ZONENWAHL PRO BUNDESLAND — sechs Bundesländer werden vom 12. Längengrad geschnitten (z. B. Bayern = 32, Mecklenburg-Vorpommern = 33)

Die dargestellten Zonengrenzen sind schematisch — maßgeblich sind die amtlichen Festlegungen der Bundesländer

Soldner Berlin EPSG:3068 · Marker = ungefähre Lage

Berlins eigene lokale Landesvermessung bis Anfang der 2000er-Jahre — noch immer in älteren Berliner Katasterdaten

Wird nicht als Fläche dargestellt — historisches lokales System (Berliner Kataster)

koordinat.online · erzeugt aus dem amtlichen Zonenkatalog

Übersichtstabelle — die in Deutschland gebräuchlichen Systeme

Die Tabelle deckt die Systeme ab, denen Sie in deutschen Geodaten real begegnen. Klicken Sie weiter zur Koordinatentransformation, um zwischen ihnen umzurechnen.

SystemEPSGTypStatusTypische Quelle
ETRS89 / UTM Zone 32N25832Projiziert (Meter)Amtlicher Standard (12 Bundesländer)GIS, Kataster, neue Lieferungen
ETRS89 / UTM Zone 33N25833Projiziert (Meter)Amtlicher Standard (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen)GIS, östliche Bundesländer
DHHN2016 (Höhe)7837Vertikal (Kote)Amtlicher Standard seit 2017Alle offiziellen Koten, Bauvermessung
Gauß-Krüger (DHDN) — GK2–GK531466–31469Projiziert, 4 ZonenAbgelöst, lebt in AltbeständenKataster, Bebauungspläne, ältere DWG
System 42/83 (DDR-Erbe)2397–2399Klassisch (Krassowski-Ellipsoid)Abgelöst, lebt in AltbeständenAltdaten der neuen Bundesländer
RD/83 (Sachsen) / PD/83 (Thüringen)4745 / 4746Übergangsdatum (Bessel)Historisch, teils noch im Kataster aktivKataster Sachsen/Thüringen
DB_REF (Deutsche Bahn)5681–5685Eigenständige RealisierungAktivBahnvermessung, gesamtes Schienennetz
Soldner Berlin3068Lokal (Cassini-Soldner)Ausgelaufen ca. 2005, lebt in AltkatasterÄltere Berliner Katasterdaten
WGS84 (geografisch)4326Geografisch (Grad)Globale ReferenzGPS, GeoJSON, KML/KMZ
Web Mercator3857Web-ProjektionNur DarstellungGoogle Maps, OSM — nie für Maße

ETRS89/UTM — gewählt pro Bundesland, nicht per Meridian

Deutschlands amtliches Referenzsystem ist ETRS89/DREF91, projiziert in UTM. Aktuell gilt die Realisierung 2025, die am 1. Juli 2025 die Realisierung 2016 abgelöst hat: R2016 beruhte auf der bundesweiten GNSS-Kampagne 2008, R2025 auf der Kampagne 2021. Praktisch ändert der Wechsel fast nichts: Die Koordinatenänderungen liegen in der Lage bei wenigen Millimetern und in der ellipsoidischen Höhe bei bis zu 14 mm. Ältere Daten in der Realisierung 2016 (geografisch EPSG:10283/10284) bleiben also ohne Umrechnung brauchbar. Zwei Zonen decken das deutsche Festland in der Praxis ab: Zone 32N (EPSG:25832, Zentralmeridian 9° ö. L.) — die mit Abstand am häufigsten genutzte —, und Zone 33N (EPSG:25833, Zentralmeridian 15° ö. L.) für die vier östlichen Bundesländer. Zone 31N (EPSG:25831, Zentralmeridian 3° ö. L.) existiert offiziell, wird aber real nicht zur Landvermessung in Deutschland genutzt (siehe unten). Der entscheidende Punkt, den viele Umrechnungswerkzeuge — auch frühere Versionen von koordinat.online selbst — falsch umgesetzt haben: Die Zonenwahl folgt Bundesländergrenzen, nicht dem nominellen 12°-Meridian. Deutschlands eigenes Bundesdokument zur ETRS89/UTM-Umstellung (Verfahrensbeschreibung ETRS89/UTM, BMI/BFR Vermessung) sagt es direkt: Bundesländer, durch die die nominelle Zonengrenze verläuft, bilden in der Regel ihr gesamtes Gebiet in einer Zone ab. Vier Bundesländer führen Zone 33 durchgehend, selbst wo sie westlich über 12° hinausreichen: Berlin, Brandenburg (westlich bis ca. 11,2° ö. L.), Mecklenburg-Vorpommern (westlich bis ca. 10,6° ö. L.) und Sachsen (westlich bis ca. 11,9° ö. L., vollständig umgestellt seit 1. Juli 2015). Umgekehrt führen Thüringen (östlich bis ca. 12,65°) und Sachsen-Anhalt (östlich bis ca. 13,2°) ihr gesamtes Gebiet in Zone 32, selbst wo sie in das nominelle Zone-33-Band hineinreichen.

Der Bayern-Sonderfall: zwei Zonen in einem Bundesland

Bayern ist das einzige Bundesland, das das Muster „ganzes Bundesland in einer Zone“ durchbricht. Amtlich werden bayerische Geodaten in der Regel für das gesamte Bundesland in Zone 32 (EPSG:25832) geliefert — aber Zone 33 (EPSG:25833) kann auf Anfrage geliefert werden, und beide Zonen sind real in Gebrauch, weil Bayerns östlichster Punkt bei 13,84° ö. L. liegt, weit im nominellen Zone-33-Band. Das macht Bayern zum einzigen deutschen Bundesland mit einer bewussten, amtlichen Zwei-Zonen-Regelung — und genau dort wählt ein automatischer Zonenvorschlag, der sich allein auf den Längengrad der Koordinaten stützt, leicht die falsche Zone, wenn nicht auch bekannt ist, aus welchem Bundesland die Daten stammen. Die übrigen neun Zone-32-Bundesländer (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg) liegen nominell innerhalb des Zone-32-Bands und folgen daher sowohl der administrativen als auch der geografischen Logik ohne Konflikt. Nordrhein-Westfalens Selfkant-Zipfel verdient eine besondere Erwähnung: Ein kleiner Teil des Bundeslandes (rund um Selfkant/Kleve) liegt geografisch westlich von 6° ö. L. — nominell Zone 31. Das Land ordnet selbst diesen Zipfel „der Einfachheit halber“ Zone 32 zu. Das bedeutet: Zone 31 wird real nirgends in Deutschland zur Landvermessung genutzt — nur für Offshore-Daten in der Nordsee. Ein Werkzeug, das EPSG:25831 als wahrscheinlichen Treffer für deutsche Landdaten anbietet, bietet real ein System an, das kein deutsches Bundesland nutzt. Weitere Zahlen zur browserbasierten Verfügbarkeit dieser Zonen-Transformationen finden Sie auf der Seite zur Koordinatentransformation.

Von Soldner zu Gauß-Krüger — die Zeit vor 1990

Deutschlands Koordinatengeschichte beginnt mit dem preußischen trigonometrischen Netz von rund 1820, aufgebaut mit lokalen Soldner-Projektionen (Cassini-Soldner) um verstreute lokale Ursprungspunkte — fast jedes größere Stadtgebiet hatte sein eigenes. Das bekannteste und am längsten genutzte Beispiel ist Soldner Berlin (EPSG:3068), 1892 eingerichtet mit Ausgangspunkt am Müggelberg in Berlin-Köpenick (Breite 52°25'07,1" N, Länge 13°37'37,86" ö. L., false easting 40.000 m, false northing 10.000 m). Das System war das amtliche Katastersystem für große Teile Berlins und Brandenburgs — und blieb erstaunlicherweise bis etwa 2005 offiziell in Berlin in Gebrauch, lange nachdem der Rest Westdeutschlands auf Gauß-Krüger umgestellt hatte. Soldner-Koordinaten tauchen daher bis heute in älteren Berliner Katasterdaten auf. Von 1870 bis 1950 wurde das Deutsche Hauptdreiecksnetz (DHDN) als Deutschlands erstes landesweites Triangulationsnetz aufgebaut, basierend auf dem Bessel-1841-Ellipsoid und verankert am Fundamentalpunkt Rauenberg in Berlin-Tempelhof (1923 von Potsdam Telegraphenberg übertragen). Ab etwa 1935 — und in der Praxis bis weit in die 2000er- und 2010er-Jahre für große Teile der Kataster- und Leitungsdaten — wurde DHDN mit Gauß-Krüger (GK) projiziert: einer transversalen Mercator-Projektion mit 3° breiten Zonen und einem Maßstabsfaktor von exakt 1,0 auf dem Zentralmeridian (im Gegensatz zu UTMs 0,9996). Vier Zonen deckten Westdeutschland ab: GK2 (2. Meridianstreifen, Zentralmeridian 6° ö. L., EPSG:31466), GK3 (3. Meridianstreifen, Zentralmeridian 9° ö. L., EPSG:31467, die häufigste), GK4 (4. Meridianstreifen, Zentralmeridian 12° ö. L., EPSG:31468, u. a. ganz Bayern) und GK5 (5. Meridianstreifen, Zentralmeridian 15° ö. L., EPSG:31469). Die Zonennummer steckt direkt im false easting — ein Rechtswert, der mit 4 beginnt, ist immer GK Zone 4. Diese Systematik macht Gauß-Krüger leicht erkennbar, verrät aber — wie das Bayern-Beispiel weiter unten zeigt — nur die Zone, niemals das Datum.

System 42/83 und die Übergangsdatums — das DDR-Erbe

Hier teilt sich die deutsche Geschichte grundlegend. Mit der Gründung der DDR wurde nicht die Gauß-Krüger-Projektion verworfen, sondern das westdeutsche Datum darunter. Die Abbildung blieb erhalten: S42/83 ist im EPSG-Register ausdrücklich als „3-degree Gauss-Kruger“ geführt (EPSG:2397–2399), mit denselben Zentralmeridianen 9°, 12° und 15° und demselben Maßstabsfaktor 1,0 wie das DHDN. Von 1950 bis 1990 nutzte die DDR System 42/83 (S42/83), basierend auf Pulkowo 1942(83): ein völlig anderes geodätisches Fundament mit dem russischen Krassowski-1940-Ellipsoid (a = 6.378.245 m, merklich verschieden von Bessels 6.377.397 m) und verankert am Observatorium in Pulkowo bei St. Petersburg statt in Rauenberg bei Berlin. Verwirrenderweise wurde S42/83 mit derselben Art von Gauß-Krüger-Einteilung projiziert wie DHDN — 3°-Zonen mit Zentralmeridian 9°, 12° und 15° ö. L. und derselben False-Easting-Konvention (3.500.000, 4.500.000, 5.500.000). Das Ergebnis: eine DDR-Koordinate und eine westdeutsche DHDN-Koordinate vom selben Ort können auf dem Papier fast identisch aussehen — gleiche Größenordnung, gleiches Zonenpräfix —, aber das Datum ist grundlegend verschieden, und verwechselt man sie, landet der Punkt rund 590 Meter falsch — nachgerechnet über das gesamte ehemalige DDR-Gebiet zwischen 585 und 595 m, fast vollständig im Hochwert. Zwei amtliche Rechenbeispiele bestätigen die Größenordnung: LGB Brandenburg +589,690 m Hochwert / +23,788 m Rechtswert, ein sächsisches ÖbVI-Büro +587,9 / +21,7 m. Dabei lohnt eine Unterscheidung, die viel Verwirrung auflöst: Diese 590 m sind eine Zahlendifferenz zwischen zwei Koordinatensätzen, nicht der Abstand zweier realer Punkte. Der größte Teil davon entsteht rein rechnerisch, weil die Meridianbogenlänge vom Äquator bis auf deutsche Breite auf dem Krassowski-Ellipsoid rund 680–725 m länger ist als auf dem Bessel-Ellipsoid — und genau diese Bogenlänge ist der Hochwert. Rechnet man dagegen die amtlichen Rechenbeispiele der Landesvermessungen nach, liegen die beiden Bezugssysteme nur etwa 85–145 m auseinander — rund 95 m in Sachsen, rund 124 m in Brandenburg, gut 140 m an der Ostseeküste, jeweils in annähernd Nord-Süd-Richtung. Das GeoSN beziffert die Streuung zwischen 42/83, RD/83 und ETRS89 an einem Dresdner Punkt mit „bis zu 185 m“. Die 85–145 m sind allerdings von uns nachgerechnet, nicht von einer Behörde so angegeben. Für die Praxis bleibt trotzdem die Zahlendifferenz maßgeblich: Wer die Zahlen verwechselt, ist 590 m daneben. Nach der Wiedervereinigung 1990 standen die neuen Bundesländer vor einem akuten Problem: Das Pulkowo-basierte Netz der DDR musste auf eine Bessel-kompatible Grundlage gebracht werden, ohne dass bereits Ressourcen für eine vollständige Neuvermessung auf ETRS89 vorhanden waren. Die Lösung waren zwei regionale Übergangsdatums, jeweils aus eigenen Netzausgleichungen auf Bessel-Basis berechnet: RD/83 (Rauenberg Datum 83, EPSG:4745) vor allem in Sachsen, und PD/83 (Potsdam Datum 83, EPSG:4746) vor allem in Thüringen. Beide sind von Pulkowo 1942(83) auf ein Bessel-basiertes Datum transformiert, aber nicht identisch mit DHDN — obwohl alle drei denselben Ellipsoid nutzen, stammt der Unterschied aus separaten Netzausgleichungen und beträgt typischerweise 0,5–2 Meter. Die übrigen neuen Bundesländer gingen andere Wege: Brandenburg wechselte direkt zu ETRS89, während Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt über DHDN transformierten. Sachsen hat den Übergang vollständig abgeschlossen und führt die Daten des amtlichen Vermessungswesens seit dem 1. Juli 2015 ausschließlich im Lagereferenzsystem ETRS89/UTM33 (GeoSN). Die genauen Transformationsparameter und -gitter für diesen Übergang finden Sie auf der Seite zur Koordinatentransformation.

DB_REF und weitere aktive Parallelsysteme

Parallel zur gesamten öffentlichen Entwicklung unterhält die Deutsche Bahn ihr eigenes Referenzsystem DB_REF (EPSG:5681, geografisch) — 2001 definiert, seit 2006 im Handbuch Eisenbahnvermessung verbindlich vorgeschrieben — basierend auf dem Bessel-Ellipsoid und projiziert mit derselben Gauß-Krüger-Einteilung wie DHDN (EPSG:5682–5685 für Zone 2–5). DB_REF ist keine Variante von DHDN — es ist eine eigenständige Realisierung, aufgebaut auf den eigenen Bahn-Vermessungspunkten der Deutschen Bahn, und weicht laut EPSG-Registereintrag zu DB_REF um 0,5–1 m im alten Bundesgebiet und um bis zu 3 m in den neuen Bundesländern vom DHDN ab — die Ost/West-Teilung schlägt also auch hier durch. Das System ist bis heute entlang des gesamten deutschen Schienennetzes aktiv, mit einer aktualisierten Ausgabe (DB_REF2016, EPSG:9932–9935), bei der seit dem 1. Dezember 2016 der Höhenbezug auf das GCG2016-Geoid umgestellt ist; das zugehörige Höhensystem heißt im EPSG-Register GNTRANS2016 (EPSG:9927) und nähert das DHHN2016 im Flachland auf etwa 1 cm an. Zwei Systeme aus der historischen Übersicht sind nicht „alt“ im Sinne von ausgemustert — sie sind lebendige Parallelsysteme, denen Sie noch heute in modernen Daten begegnen können. DB_REF ist, wie oben beschrieben, das interne, weiterhin aktive System der Deutschen Bahn: Jede Datei mit Gauß-Krüger-ähnlichen Zahlen aus einem Bahnkontext sollte eher als DB_REF denn als DHDN verdächtigt werden — der Unterschied ist visuell schwer zu erkennen, aber kritisch für Gleisarbeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass es für DHDN ↔ DB_REF kein NTv2-Gitter gibt: Der Übergang verlangt eine lokale Restklaffenanpassung und ist nur in der proprietären Software GNTRANS realisiert. Mit üblichen GIS-Werkzeugen lässt sich DB_REF daher nicht sauber umrechnen. Gauß-Krüger/DHDN-Zahlen tauchen zudem weiterhin in älteren Zeichnungen, kommunalen Katasterzusammenhängen und Leitungsdokumentationen auf, obwohl das System offiziell abgelöst ist — große Mengen historischer Infrastrukturdaten wurden nie vollständig migriert.

Lagestatus und Höhenstatus — die deutsche Systemkennung vor dem EPSG-Code

Wer mit älteren deutschen Kataster-, Leitungs- oder Festpunktdaten arbeitet, stößt früher oder später auf eine dreistellige Zahl namens Lagestatus — und auf ihr Gegenstück, den Höhenstatus. Sie sind die deutsche Vorform des EPSG-Codes: eine kurze Kennung dafür, in welchem Bezugssystem die Koordinaten stehen. Die Struktur ist einfach: Die erste Ziffer gibt die Art der Koordinaten an, die zweite und dritte die Zugehörigkeit zum Lagenetz. So bedeutet 101 festgesetzte Gauß-Krüger-Koordinaten im Netz der Preußischen Landesaufnahme, 177 dasselbe im Netz 77, 489 festgesetzte UTM-Koordinaten im ETRS89 und 889 geografische Koordinaten im ETRS89. Bei den Höhen steht 100 für NN-Höhen im DHHN12, 160 für NHN-Höhen im DHHN92 und 170 für das DHHN2016 — das BKG kennzeichnet sein eigenes Quasigeoidprodukt genau so, mit „Lagestatus 889“ und „Höhenstatus 170“. In den neuen Bundesländern kommt die DDR-Familie hinzu. Brandenburg definiert in seiner Bezugssystembestimmung von 1996 unter anderem 150 für festgesetzte Gauß-Krüger-Koordinaten im System 42/83 (3°-Streifen), 140 für dieselben im 6°-Streifen, 130 für das System 40/83 und 900 für historische Koordinaten; als Höhenstatus stehen dort 150 für HN76 und 160 für DHHN92. Thüringen führt in seinen AFIS-Hinweisen 110 für RD/83, 120 für PD/83, 121 für das thüringische Kataster-PD/83 und 150 für 42/83 auf dem Krassowski-Ellipsoid. Wichtig: Die Codes sind nicht bundesweit einheitlich. Thüringen benutzt 490 für ETRS89/UTM33, während Brandenburg auch für Zone 33 bei 489 bleibt. Ein Lagestatus ist also nur zusammen mit dem Bundesland eindeutig. Genau das steckt auch in den CRS-Namen der GeoInfoDok: In einer Bezeichnung wie DE_DHDN_3GK3_NI100 ist NI100 der Lagestatus 100 mit vorangestelltem Länderkürzel für Niedersachsen. Finden Sie in einer Lieferung eine solche Kennung, haben Sie damit die vollständige Systemangabe in der Hand — auch wenn kein EPSG-Code danebensteht.

Zahlengröße erkennen — aber Vorsicht: Zone ≠ Datum

Der Rechtswert (Easting) von Gauß-Krüger verrät die Zone direkt an der ersten Ziffer: 2 = Zentralmeridian 6°, 3 = 9°, 4 = 12°, 5 = 15°. Ein Rechtswert von 4.468.000 ist damit eindeutig GK Zone 4. Bei ETRS89/UTM liegt der Rechtswert typischerweise zwischen 280.000 und 920.000 und der Hochwert zwischen 5,2 und 6,1 Millionen — aber hier entscheidet das Bundesland, ob es Zone 32 oder 33 ist, nicht die Zahlengröße allein. Der wichtige Vorbehalt, den das Bayern-Beispiel mit aller Deutlichkeit zeigt: Die erste Ziffer eines GK-Rechtswerts verrät nur die Zone — niemals, auf welchem Datum die Koordinaten stehen. Das klassische Beispiel ist eine deutsche Datei, beschriftet mit „Bayern 12“ oder „GK Zone 4“: Gauß-Krüger-Koordinaten mit Zentralmeridian 12° ö. L., die ganz Bayern jahrzehntelang nutzte. Die Zahlen in der Datei sind dieselben — aber im Vermessungsinstrument stecken mindestens drei verschiedene Datum-Wege hinter genau diesem Zonennamen: eine klassische 7-Parameter-Transformation für DHDN (Translation in X von ca. −582,0 m, nahe an EPSG:1673), eine netzbasierte Gittertransformation (BeTA2007, AdVs offiziell empfohlene Methode) und der Netzbetreiber AxioNet mit einer eigenen proprietären 7-Parameter-Variante (ca. −585,0 m — bemerkenswert nah an DB_REFs eigenen Parametern, obwohl es ein völlig anderes System ist). Alle drei heißen etwas wie „DHDN 12 (Zone 4)“ oder „Bayern 12“, alle drei liefern GK-Zahlen, die einander zum Verwechseln ähnlich sehen — und der Unterschied zwischen ihnen liegt typischerweise bei 0,5–2 Metern auf dem Boden. Dazu kommt der DDR-Zwilling „42/83 12 (Zone 4)“ auf dem Krassowski-Ellipsoid: gleicher Zentralmeridian, gleiches Zahlenformat, aber ein völlig anderes Datum — wählt man den falschen, landen die Daten rund 590 m falsch. Projektion und Zone erzählen also nur die halbe Wahrheit; Datum und Realisierung erfordern, dass man die Region oder die Metadaten der Datei kennt — die Zahlen allein reichen nicht. Dasselbe System tritt zudem typischerweise unter drei Namen auf, die alle ineinander übersetzbar sein müssen: dem EPSG-Code (z. B. „EPSG:31468 — DHDN / 3-degree Gauss-Kruger zone 4“, den GIS-Software und .prj-Dateien nutzen), dem umgangssprachlichen Namen („Gauß-Krüger“, „GK4“, „Bayern 12“, „Rechtswert/Hochwert“ — ein umgangssprachlicher Name deckt oft mehrere EPSG-Codes ab) und dem Instrumentennamen (bei Trimble z. B. „Germany DHDN 12 (Zone 4)“, der in mehreren Kataloggruppen mit jeweils eigener Datum-Variante auftritt, genau wie das Bayern-Beispiel zeigt). Instrumentenkataloge beschreiben, was das Instrument ausgeben kann — nicht, was offiziell existiert. Begegnen Sie einem Instrumentennamen daher immer mit der Frage: Welcher EPSG-Code und welches Datum entspricht ihm real?

Maßstabstreu vs. Gitter — und typische Verwechslungen

Gauß-Krüger und UTM sind beide transversale Mercator-Projektionen, aber mit grundlegend unterschiedlichen Designentscheidungen. GK nutzt 3° breite Zonen mit einem Maßstabsfaktor von exakt 1,0 auf dem Zentralmeridian — „maßstabstreu“: Ein Meter in der Zeichnung ist (nahezu) ein Meter im Gelände über die gesamte Streifenbreite, was das System historisch praktisch für lokale Vermessung ohne Korrekturrechnungen machte. UTM nutzt breitere 6°-Zonen mit einem Maßstabsfaktor von 0,9996 auf dem Zentralmeridian (bewusst verkleinert, um die maximale Verzerrung über den breiteren Streifen gering zu halten). Die Konsequenz: Ein einfacher Wechsel von Gauß-Krüger-Zahlen zu UTM-Zahlen ist niemals ein reines Präfix-Streichen — es erfordert eine echte Projektions- und Datumtransformation, weil sowohl Zonenbreite als auch Maßstabsfaktor unterschiedlich sind. Die häufigsten Verwechslungen in deutschen Daten: die Bayern-12-Datum-Zwillinge (0,5–2 m zwischen den verschiedenen DHDN-Realisierungen; rund 590 m, wenn man stattdessen auf dem Pulkowo/System-42/83-Datum landet); Bundesland-Wahlfehler — die Annahme einer reinen Längengrad-Logik (alles westlich von 12° = Zone 32, alles östlich = Zone 33) statt das Bundesland nachzuschlagen, ein Fehler, der besonders die sechs Bundesländer trifft, die ihre Zone bewusst über den 12°-Meridian hinweg führen (Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt nach Osten; Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nach Westen — die EPSG-Ausdehnung »Germany – Saxony« beginnt bei 11,89° ö. L., rund 11 km westlich der Zonengrenze); die generelle Ost/West-Datum-Verwechslung, da DHDN und System 42/83 Projektionslogik und Zonenpräfix teilen, aber auf verschiedenen Ellipsoiden und verschiedenen Fundamentalpunkten aufbauen; DHDN gegen DB_REF, beide Bessel-basiert und Gauß-Krüger-projiziert mit identischen Zonenparametern — nur 1–2 m Unterschied, schwer zu erkennen, ohne den Kontext der Datenquelle zu kennen; und schließlich die Verwechslung der Transformationswege untereinander: Wer DHDN mit einer 7-Parameter-Helmert-Transformation statt mit dem amtlichen NTv2-Gitter BeTA2007 umrechnet, liegt typischerweise 1–3 m daneben, und BeTA2007 selbst weicht von den landesspezifischen Gittern der Landesvermessungsämter (etwa BWTA2017 in Baden-Württemberg oder HeTA2010 in Hessen) noch einmal um typischerweise 5–20 cm ab.

Web Mercator — nur für den Bildschirm (EPSG:3857)

Web Mercator treibt Google Maps, OpenStreetMap und die meisten Webkarten an. Die Projektion lässt sich schnell kacheln, aber auf deutscher Breite (rund 51° N) werden Entfernungen dadurch um ca. +59 % verzerrt — und Flächen um ca. +152 %, weil die Flächenverzerrung quadratisch mit der Entfernungsverzerrung wächst (Maßstabsfaktor annähernd sec(Breite) für Entfernungen, sec²(Breite) für Flächen). Im Norden (Sylt, ca. 55° N) liegt die Verzerrung bei rund +74 % bzw. +203 %, im Süden (Alpenrand, ca. 47° N) bei rund +46 % bzw. +114 %. Nutzen Sie Web Mercator daher nie für Flächenberechnung, Entfernungsmessung oder Lieferungen. Sehen Sie Koordinaten in Millionen Metern für sowohl X als auch Y (z. B. 1.001.875 · 6.705.189 für den Punkt nordwestlich von Kassel, an dem ETRS89/UTM32 nur 500.000 · 5.702.300 zeigt), ist das typischerweise Web Mercator.

Häufig gestellte Fragen zu deutschen Koordinatensystemen

Welches Koordinatensystem nutzt Deutschland heute offiziell?

ETRS89/DREF91, projiziert in UTM — entweder Zone 32N (EPSG:25832) oder Zone 33N (EPSG:25833), abhängig vom Bundesland. Dahinter stehen zwei getrennte AdV-Beschlüsse: 1991 wurde das ETRS89 als amtliches Lagebezugssystem eingeführt, 1995 die UTM-Abbildung als zugehöriges ebenes Koordinatensystem. Namensgebend für DREF91 ist die DREF91-Kampagne vom April 1991, mit der das europäische EUREF-Netz in Deutschland verdichtet wurde. Nach der anschließenden, schrittweisen Einführung durch die 1990er- bis 2010er-Jahre ist ETRS89/UTM heute für alle amtliche Vermessung, das Kataster (ALKIS) und die Topografie (ATKIS) verbindlich. Aktuell gilt die Realisierung 2025 (seit 1. Juli 2025); gegenüber der Realisierung 2016 ändern sich die Koordinaten nur um wenige Millimeter in der Lage und um bis zu 14 mm in der ellipsoidischen Höhe.

Nutzt Deutschland UTM Zone 32 oder 33?

Das hängt vom Bundesland ab, nicht vom exakten Längengrad. Zwölf Bundesländer führen Zone 32 durchgehend (u. a. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt), vier führen Zone 33 durchgehend (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen). Sechs dieser Bundesländer überschreiten die nominelle 12°-Grenze, ohne die Zone zu wechseln: Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt nach Osten, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nach Westen. Sachsen ist der am leichtesten übersehene Fall — das Land führt alles in Zone 33, reicht aber im Vogtland bis ca. 11,9° ö. L. und liegt damit westlich des Zonenrands.

Warum nutzt Bayern zwei UTM-Zonen?

Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, in dem die nominelle Zonengrenze (12° ö. L.) so weit in das Bundesland hineinschneidet, dass amtlich in beiden Zonen geliefert wird: Die Hauptregel ist Zone 32 (EPSG:25832) für das gesamte Bundesland, aber Zone 33 (EPSG:25833) kann auf Anfrage geliefert werden, und Bayerns östlichster Punkt liegt bei 13,84° ö. L. Das macht Bayern zum einzigen Ort in Deutschland, an dem ein automatischer Zonenvorschlag allein anhand des Längengrads für beide Antworten real korrekt sein kann.

Was ist Gauß-Krüger, und wird es noch genutzt?

Gauß-Krüger (GK) war Westdeutschlands amtliche Projektion ab etwa 1935, mit 3° breiten Zonen und einem Maßstabsfaktor von 1,0 auf dem Zentralmeridian. Es ist offiziell durch ETRS89/UTM abgelöst, aber riesige Mengen älterer Kataster-, Plan- und Leitungsdaten wurden nie migriert, sodass GK-Zahlen (EPSG:31466–31469) in der Praxis noch immer regelmäßig auftauchen.

Wie erkenne ich eine Gauß-Krüger-Zone an den Zahlen?

Die erste Ziffer im Rechtswert (Easting) ist die Zonennummer: 2 = Zentralmeridian 6° ö. L., 3 = 9° ö. L., 4 = 12° ö. L., 5 = 15° ö. L. Ein Rechtswert von 4.468.000 ist damit eindeutig GK Zone 4. Beachten Sie jedoch, dass das nur die Zone verrät — nicht, auf welchem Datum die Koordinaten stehen (siehe den Bayern-12-Fall).

Was ist das „Bayern-12“-Problem, und warum ist es wichtig?

„Bayern 12“ oder „GK Zone 4“ ist ein Zonenname, der in der Praxis mindestens drei verschiedene Datum-Realisierungen abdeckt — eine klassische DHDN-Helmert-Transformation, eine netzbasierte BeTA2007-Gittertransformation und eine proprietäre AxioNet-Variante —, die sich untereinander um 0,5–2 Meter unterscheiden. Wählt man stattdessen die falsche Schwesterzone aus der DDR-Zeit (System 42/83, gleiches Muster im Zonennamen, aber Krassowski-Ellipsoid), landen die Daten rund 590 m falsch. Die Schlussfolgerung: Der Zonenname erzählt nur die halbe Geschichte.

Was war System 42/83, und warum unterscheidet es sich vom Rest Deutschlands?

System 42/83 war das amtliche Koordinatensystem der DDR von 1950 bis 1990, basierend auf dem sowjetischen Pulkowo-1942(83)-Datum und dem russischen Krassowski-1940-Ellipsoid — grundlegend verschieden von Westdeutschlands DHDN (Bessel-Ellipsoid, verankert in Rauenberg bei Berlin). Verwirrenderweise nutzt System 42/83 dieselbe Art von Gauß-Krüger-Zoneneinteilung und dieselbe False-Easting-Konvention wie DHDN, sodass die Zahlen ähnlich aussehen können, obwohl das zugrunde liegende Datum völlig verschieden ist.

Was geschah mit den DDR-Koordinaten nach 1990?

Die neuen Bundesländer gingen jeweils eigene Wege: Brandenburg transformierte direkt zu ETRS89, Sachsen und Thüringen nutzten die vorübergehenden Übergangsdatums RD/83 bzw. PD/83 (beide Bessel-basiert, aber NICHT identisch mit DHDN — 0,5–2 Meter Unterschied), während Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt über DHDN transformierten. Sachsen führt die Daten des amtlichen Vermessungswesens seit dem 1. Juli 2015 vollständig und ausschließlich im Lagereferenzsystem ETRS89/UTM33.

Was ist DB_REF, und ist es dasselbe wie DHDN?

DB_REF ist das eigene Koordinatenreferenzsystem der Deutschen Bahn — 2001 definiert, seit 2006 verbindlich vorgeschrieben und bis heute entlang des gesamten Schienennetzes in Gebrauch. Es basiert auf demselben Bessel-Ellipsoid und derselben Gauß-Krüger-Projektion wie DHDN, ist aber eine eigenständige Realisierung auf Basis der eigenen Vermessungspunkte der Deutschen Bahn — und weicht laut EPSG vom DHDN um 0,5–1 m im alten Bundesgebiet und um bis zu 3 m in den neuen Bundesländern ab — ein Unterschied, der ohne Kenntnis des Kontexts der Datenquelle schwer zu erkennen ist.

Was war Soldner Berlin, und wann wurde es abgelöst?

Soldner Berlin (EPSG:3068) war ein lokal Cassini-Soldner-projiziertes Katastersystem, 1892 eingerichtet mit Ausgangspunkt am Müggelberg in Berlin-Köpenick, als Teil der breiteren Familie preußischer lokaler Soldner-Netze ab etwa 1820. Bemerkenswerterweise blieb es bis etwa 2005 Berlins amtliches System — lange nachdem der Rest Westdeutschlands auf Gauß-Krüger umgestellt hatte.

Was ist der technische Unterschied zwischen Gauß-Krüger und UTM?

Beide sind transversale Mercator-Projektionen, aber Gauß-Krüger nutzt schmalere 3°-Zonen mit einem Maßstabsfaktor von exakt 1,0 auf dem Zentralmeridian („maßstabstreu“), während UTM breitere 6°-Zonen mit einem Maßstabsfaktor von 0,9996 nutzt. Das bedeutet, dass man nie einfach ein Zonenpräfix entfernen kann, um von GK zu UTM zu wechseln — es erfordert eine echte Projektions- und Datumtransformation.

Wie groß ist der typische Fehler, wenn ich zwei deutsche Gauß-Krüger-Datums verwechsle?

Das hängt davon ab, welche zwei Systeme verwechselt werden. Zwischen verschiedenen DHDN-Realisierungen (klassisches Helmert vs. BeTA2007-Gitter vs. AxioNet) typischerweise 0,5–2 Meter; wer ganz auf das amtliche NTv2-Gitter verzichtet und nur mit sieben Helmert-Parametern rechnet, liegt typischerweise 1–3 Meter daneben. Zwischen DHDN und DB_REF typischerweise 1–2 Meter. Zwischen DHDN und System 42/83 (Pulkowo-Datum) rund 590 Meter — fast ausschließlich im Hochwert — und damit die schwerwiegendste der häufigen Verwechslungen. Diese 590 m sind allerdings eine Zahlendifferenz: Der größte Teil davon ist ein Ellipsoid-Effekt (Krassowski gegen Bessel); nachgerechnet auf den amtlichen Rechenbeispielen der Landesvermessungen liegen die beiden Bezugssysteme selbst nur etwa 85–145 m auseinander. Wer die Zahlen verwechselt, ist trotzdem 590 m daneben.

Was ist GK3?

GK3 ist die gebräuchliche Kurzform für Gauß-Krüger-Zone 3 — den 3. Meridianstreifen mit Zentralmeridian 9° ö. L., auf dem DHDN-Datum (Bessel-Ellipsoid) projiziert und im EPSG-Register als EPSG:31467 geführt. Die Zone ist am Rechtswert erkennbar: Er beginnt immer mit der Ziffer 3, z. B. 3.500.000. GK3 ist die flächenmäßig größte und am häufigsten vorkommende der vier deutschen Gauß-Krüger-Zonen (GK2 bis GK5) und deckt weite Teile Zentraldeutschlands ab.

Wie zeige ich GK3-Koordinaten auf einer Karte an?

Ziehen Sie Ihre CSV-, TXT- oder DXF-Datei mit GK3-Koordinaten direkt in koordinat.online. Das Werkzeug erkennt die Gauß-Krüger-Zone automatisch am Zonenkennzeichen im Rechtswert — der führenden Ziffer 3 für Zone 3, EPSG:31467 — und zeigt die Punkte sofort korrekt auf der Karte, ganz ohne dass Sie den EPSG-Code von Hand eingeben müssen.

Was ist der Unterschied zwischen GK3 und UTM32?

Beide teilen sich denselben Zentralmeridian (9° ö. L.), sind aber unterschiedlich projiziert: GK3 (EPSG:31467) nutzt 3° breite Zonen mit einem Maßstabsfaktor von exakt 1,0 auf dem DHDN/Bessel-Datum, während ETRS89/UTM Zone 32 (EPSG:25832) 6° breite Zonen mit einem Maßstabsfaktor von 0,9996 auf dem ETRS89-Datum nutzt. Trotz des gemeinsamen Zentralmeridians unterscheiden sich die Koordinatenwerte spürbar — ein einfacher Zonenpräfix-Tausch reicht daher nicht, es braucht eine echte Projektions- und Datumtransformation.

Quellen und weiterführende Literatur

Zonenwahl, Historie, Lagestatus-Kennungen und die Angaben zu DB_REF auf dieser Seite stützen sich auf Bundes- und Landesveröffentlichungen sowie auf das EPSG-Register.

  1. BFR Vermessung / BMI (2021): Verfahrensbeschreibung ETRS89/UTM, Version 1.2
    Enthält auf S. 25 die vollständige Zuordnung Bundesland → UTM-Zone und die entscheidende Regel: „Die Bundesländer, durch deren Landesfläche der Grenzmeridian der Zonen 32 und 33 verläuft, bilden in der Regel die gesamte Landesfläche einheitlich in einer UTM-Zone ab. Lediglich im Freistaat Bayern werden die Geobasisdaten in zwei UTM-Zonen (32 und 33) abgebildet.“
  2. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern (LDBV) (2026): Die UTM-Umstellung in Bayern
    Belegt Bayerns Zwei-Zonen-Praxis im Wortlaut: „Grundsätzlich erfolgen Datenabgaben in der Zone 32 (EPSG 25832), auf Wunsch kann auch in Zone 33 (EPSG 25833) abgegeben werden.“
  3. Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) (2026): Grundlagen und Begriffe
    Veröffentlicht denselben Punkt in RD/83, 42/83 und ETRS89 als geografische Koordinaten und beziffert die Streuung mit „bis zu 185 m“. Erklärt außerdem, warum RD/83 als Teilnetz des DHDN zu betrachten ist. Grundlage unserer Nachrechnung der Lageverschiebung zwischen DHDN und System 42/83.
  4. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) (2026): Beispiel für die Eingabedaten — Punktdaten System 42/83 ↔ System RD/83
    Das zweite, unabhängige amtliche Rechenbeispiel — rund 200 km nördlich des sächsischen Punktes. ΔHochwert +589,690 m, ΔRechtswert +23,788 m.
  5. Land Brandenburg (1996): Bezugssystembestimmung vom 10. Mai 1996, Nr. 7
    Die vollständige brandenburgische Lagestatus-Tabelle: 130 (System 40/83), 140 und 150 (System 42/83 im 6°- bzw. 3°-Streifen), 489 (UTM im ETRS89), 889/389 sowie 900 für historische Koordinaten — mit den zugehörigen Höhen- und Schwerestatus.
  6. Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (TLBG) (2026): Hinweise AFIS
    Die thüringische Lagestatus-Tabelle: 110 (RD/83), 120 und 121 (PD/83), 150 (42/83 auf Krassowski) sowie 489/490 für ETRS89/UTM32 bzw. UTM33 — der Beleg dafür, dass die Codes nicht bundesweit einheitlich sind.
  7. AdV — Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen (2022): GeoInfoDok 7.1.2 — Gesamtkonzept
    Definiert den Aufbau der CRS-Kurzbezeichnungen aus Land, geodätischem Datum, Koordinatensystem und Lagestatus (Kap. 8.1.1) und legt die Koordinatenreihenfolge fest: Gauß-Krüger als Rechtswert/Hochwert, UTM als East/North (Kap. 8.1.2). Enthält den vollständigen CRS-Katalog der DDR-Systemfamilie.
  8. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (1999): Transformation von Koordinaten und Höhen in der Landesvermessung, Teil I (2. Auflage)
    Die klassische deutsche Transformationsvorschrift. Anlage 1 gibt die Ellipsoiddimensionen (Bessel 1841: a = 6 377 397,155 m; Krassowski 1940: a = 6 378 245 m), Abschnitt 2.2 d beschreibt die Entstehung von System 42/83, RD/83 und PD/83, und Anlage 8 enthält die NRW-Lagestatus-Tabelle (101, 177, 489, 889).
  9. EPSG Geodetic Parameter Dataset (2026): EPSG:5681 — DB_REF (geographic 2D)
    Quelle für die Abweichung des Bahn-Referenzsystems vom DHDN: „Differs from DHDN by 0.5-1 m in former West Germany and by a maximum of 3 m in former East Germany.“ Das zugehörige Datum (EPSG 1081) ist 2001 veröffentlicht.
  10. DB InfraGO AG (2024): Georeferenzierung bei DB Personenbahnhöfen in BIM-Projekten
    Die eigene Dokumentation der Deutschen Bahn zu DB_REF: Gauß-Krüger mit 3°-Streifen, die Transformationsparameter nach Richtlinie 883.9010, und der Hinweis, dass der Übergang von DHDN nach DB_REF eine lokale Restklaffenanpassung erfordert, wie sie in der Software GNTRANS realisiert ist.
  11. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern (LDBV) (2026): Amtlicher Raumbezug — ETRS89/DREF91
    Datiert die beiden Realisierungen: ETRS89/DREF91 (Realisierung 2016) galt vom 1.12.2016 bis 30.6.2025 und beruhte auf der bundesweiten GNSS-Kampagne 2008; die Realisierung 2025 gilt seit dem 1. Juli 2025 und beruht auf der Kampagne 2021. Die Koordinatenänderungen liegen in der Lage im Bereich weniger Millimeter, in der ellipsoidischen Höhe bei bis zu 14 mm.
  12. Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) (2026): Amtliches Lagebezugssystem ETRS89/UTM33
    Belegt die beiden getrennten AdV-Beschlüsse im Wortlaut: Die AdV „hat 1991 die Einführung des ETRS89 als Bezugssystem Lage und 1995 die Einführung von UTM als ebenes Koordinatensystem für ETRS89 beschlossen“. Dokumentiert außerdem, dass Sachsen seit dem 1. Juli 2015 vollständig und ausschließlich in ETRS89/UTM33 führt.